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Bereits in den 1970er Jahren wurde in den USA ein Lehrgangskonzept für Ärzte und Pflegekräfte entwickelt, das sich mit der Versorgung von Schwerstverletzten in der Notaufnahme (Schockraum) eines Krankenhauses beschäftigt. Es handelt sich hierbei um Advanced Trauma Life Support (ATLS).

John Emory Campbell, ein Notarzt aus Alabama (USA), erkannte, dass das klinische Konzept erst gut funktionieren kann, wenn auch präklinisch eine gute Versorgung durch den Rettungsdienst stattgefunden hat. Er entschloss sich daraufhin in Zusammenarbeit mit dem American College of Emergency Physicians (ACEP) ein Lehrgangskonzept zu erarbeiten, durch das Rettungsdienstpersonal (First Responder, Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungs-assistenten und Notärzte) in die Lage versetzt wird, verletzte Patienten nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft zu versorgen. Nur durch eine gute und schnelle rettungsdienstliche Versorgung kann das Advanced Trauma Life Support (ATLS) Konzept in der Klinik greifen und somit zu einer Senkung der Verletztensterblichkeit und dem Grad der Behinderung nach einer Verletzung führen. Die in ITLS Kursen gelehrten Inhalte ermöglichen es Rettungsdienstpersonal und Notärzten auf der Straße eine Behandlung zu beginnen, die das Schockraumteam in der Klinik nahtlos fortführen kann.

 

ITLS in Deutschland

Die geschichtliche Entwicklung in Deutschland ist noch nicht ganz so alt. Im April 2005 fand sich eine Gruppe Rettungsassistenten und Notärzte im Hamburger Raum zusammen, um ein international standardisiertes Ausbildungsprogramm nach Deutschland zu bringen. Die Wahl fiel schnell auf ITLS, das damals noch unter dem Namen Basic Trauma Life Support (BTLS) geführt wurde. Zwei Grundkonzepte sollten für das Programm in Deutschland gelten: Zunächst sollten sich die Kursgebühren an den tatsächlichen Kosten orientieren, niemand sollte auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes an dem Programm verdienen. Der zweite Grundsatz war, dass die Kurse deutschlandweit wirklich einheitlich durchgeführt werden. Besonderes Augenmerk lag hier auf dem Trainingsmaterial, an dem auf keinen Fall gespart werden sollte. So dauerte es fast ein Jahr, bis im März 2006 der erste ITLS Advanced Kurs in Deutschland durchgeführt wurde. Bis dahin wurde aus Spenden und unter der finanziellen Beteiligung der Gründungsmitglieder ein kompletter Materialsatz angeschafft. Es musste ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut und schriftlich niedergelegt werden. Dieses sollte von Anfang an nach den einschlägigen Qualitätsnormen errichtet sein. Zudem kümmerte sich eine kleine Gruppe  der Gründungsmitglieder um die Ausbildung erster Instruktoren.

Im März 2006 wurde unter Leitung US-amerikanischer Kolleginnen und Kollegen der erste ITLS Kurs in Deutschland durchgeführt. 18 Rettungsassistenten und Ärzte aus der gesamten Republik nahmen teil. Auf Grund der wochenlangen Vorbereitung konnten alle 18 dann auch tatsächlich mit Instruktorenpotenzial abschließen. Ein eintägiger Instruktorenkurs schloss sich an. Um den vollen Instruktorenstatus zu erlangen – eine absolute Notwendigkeit zur Durchführung eigener Kurse – mussten die neuen Instruktoren nun noch einen Kurs unter Aufsicht der amerikanischen Kollegen absolvieren. Hierfür luden wir Rettungsdienstler und Notärzte ein und führten den ersten Kurs kostenlos durch. Ein Teilnehmer, Thomas Semmel, bestand diesen ersten Kurs mit Instruktorenpotenzial. Nach einer arbeitsintensiven Woche, die alle Beteiligten selbstverständlich ehrenamtlich durchführten, reisten die amerikanischen Kollegen wieder ab. 16 neue Instruktoren blieben zurück, um einen nationalen Verband aufzubauen. Wir entschieden uns früh mit bestehenden Bildungseinrichtungen zusammen zu arbeiten und die Kurse lediglich mit Instruktoren, Material und einem QM-System zu unterstützen. Die Anerkennung als nationaler Verband erfolgte auf Grund der ausgezeichneten Vorbereitung bereits im Juni. Im gleichen Monat wurde der erste öffentliche Kurs an der ASB-Berufsfachschule in Hamburg durchgeführt. 12 Teilnehmende erlernten noch mit englischen Büchern den ITLS Algorithmus und waren von dem Programm begeistert. Parallel arbeitete eine Gruppe von Instruktoren an der Übersetzung des internationalen Lehrbuches. Im Jahr 2006 wurden noch zwei weitere Kurse durchgeführt, ein weiterer in Hamburg an der Berufsfachschule des ASB und ein Kurs in Kempten. Insgesamt konnten im ersten Jahr 55 ITLS Anwender und Instruktoren ausgebildet werden. Wir möchten uns bei der ASB-Berufsfachschule Hamburg und der Fa. Völker Medizintechnik für die Unterstützung in der Gründerzeit bedanken. Auch die Zusammenarbeit mit dem Verlag Pearson-Studium verlief sehr erquicklich. Die ersten Kurse wurden vom Verlag mit Lehrbüchern unterstützt.

 

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